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Psychische Probleme vom Gesichtspunkt der TCM

oder ein Mensch ist wie ohne Seele, wenn sich der Schaden in die Seele einschleicht

Die Depression, aber auch die Traurigkeit, Betrübtheit,  Launenhaftigkeit, Hysterie, Beängstigung, Frustration, Befürchtungen, Ängste, Gefühle der Spannung, der Unruhe und des Unbehagens, Gefühle der Schuld oder des Unrechts, die Gereiztheit, Ärger, die Explosivität, die Zurückhaltung (schrittweise könnten wir alle negativen Emotionen nennen…) – das alles sind typische Ausdrücke für die Stagnierung der Energie Qi, die gemeinsam mit dem Schleim TAN den modernen Menschen mehr betrifft als es gesund wäre. Nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) at der Geist seinen Sitz in der Leber und seine richtige Funktion kommt durch die seelische Kraft, d.h. durch die Regsamkeit, durch die Kreativität, die Ideen, das Zielbewusstsein, durch die realisierten Vorstellungen, durch die Inspiration, Planung, Entschlossenheit, durch den Mut und durch die Selbstaufrichtung zum Ausdruck  - der Geist sichert einfach eine bestimmte Ideenbewegung ab. Im Moment, wenn das Gemüt, das im Herzen seinen Sitz hat, in der Folge der stagnierenden Energie Qi dieses „Drive“ (das wir in dieser Zeit als  einen Zug ans Tor äußern könnten) nicht genügend bekommt, fühlt man sich frustriert, ohne Lebenssinn und verliert man alle obigen positiven Eigenschaften einschließlich des Verlusts der sinnvollen Ansicht. Und zwar wortgetreu, denn der Geist äußert sich unter anderem auch in den Augen und im Fall der vollen Gesundheit ist auch die Ansicht und der Ausdruck gesund (auch verwandte Seelen sind Menschen, die gemeinsam resonieren, harmonieren, sog.  gegeneinander gehen, fühlen, dass die beiden von der Seele sprechen und dass ihre Körper und Seelen eins sind). Solcher Mensch hat dann auch sinnlose Ideen und sinnlose Reden, die nicht gerade zutiefst herausgehen... Kurz und gut tut die Seele weh und nicht, dass es nicht wahr ist! Durch das alles gerät der Mensch dann allmählich an die imaginäre Kreuzung der Schwierigkeiten, von der er keinen Weg weiß. Er weiß nicht, wie die Beziehungen, die Arbeit zu lösen sind, wie das Leben zu gestalten ist – er gerät kurz und gut in die Depression.

Wie ein Körper ohne Seele ist die Depression

Die Depression ist nach der westlichen Medizin durch 2 Hauptsymptome charakterisiert: durch den Verlust des Interesses an den alltäglichen Tätigkeiten und durch die niedergesunkene Laune mit dem Gefühl der Traurigkeit, der Hoffnungslosigkeit, der Hilflosigkeit und mit dem Wein ohne offenbare Ursache Dazu sind auch einige weiterer kleineren Symptome notwendig, wie Schlaflosigkeit, Unkonzentration, Änderungen des Gewichts (sowohl minus, als auch plus), Unruhe, Gefühl der Schuld, kleineres Interesse am Sex, kleine Selbstachtung, Müdigkeit,  Ausschöpfung oder häufige Ideen auf den Tod sind. Solcher Mensch ist dann wie ein gestochener Reifen (gesagt mittels des Radfahrertermins den Geist aufgeben) und es ist nötig, die beschädigte Seele zu reparieren, d.h. außer der Einnahme der Kräuter auch ihm ins Gewissen zu reden und die Seele zu bestreichen und zu blasen – bestens von einem erfahrenen Psychotherapeuten. Ebenfalls nach der TCM  „sind Emotionen die Mutter der Krankheiten und die schlechte Nahrung ihr Vater“, deshalb ist auch der Mensch, der zwar nicht vorschriftsmäßig isst, aber der die positiven Emotionen hat, daran grundsätzlich besser als ein Mensch,  der zwar auf seine Nahrung achtet, aber der seine Seele vernachlässigt und sie mit negativen Emotionen belastet.

 

Zorn ist weder guter Berater, noch Diener oder Herr (und soll nicht sein)

Zur Stagnierung der Energie Qi, die am häufigsten die Leber, die Lungen, das Herz und den Magen (resp. die Milz) betrifft, kommt es infolge der übermäßigen Emotionen. Im Falle der Leber ist das der Zorn. Diese Emotion versteht die chinesische Medizin mehr als irgendwelche andere schön im breiten Sinne und schließt darin auch den unterdrückten Zorn, Neid, Gefühl des Unrechts, Unruhe, Gereiztheit, Impulsivität, Trotzigkeit, Erbitterung, Gehässigkeit, Verbitterung, Frustration und Ärger ein. Von allen Emotionen wird der Ärger am einfachsten hervorgerufen, aber am schlimmsten beherrscht und er ist auch die häufigste Ursache für diese Stagnierung.  Der Ärger verursacht den „Aufruhr“ der Energie Qi, was bedeutet, dass sich Qi in der falschen Richtung QI NI begibt (in der chinesischen Übersetzung ist es die widersetzliche, widersprüchliche, widersprechende, ungehorsame und widerborstige Energie). Es ist nur Schade, dass der Mensch diese Energie, die er in den Explosionen des Ärgers vergeudet, nicht beherrscht und zur Erreichung seiner Lebensziele nicht ausnutzt…Es hat einer konfuzianische chinesische Denker Èu Si in dem 12. Jahrhundert gesprochen: Die Verpflichtungen eines Menschen gegenüber den anderen sollten sich auf der Loyalität und auf  der Rechtlichkeit begründen.  Das Verhalten des Menschen sollte auf der Achtung und auf der Umsichtigkeit gegründet sein. Der Mensch sollte seinen Zorn beherrschen und seine Sehnsüchte mildern können und er sollte seine Fehler einrichten und sich auf die Leistung der guten und richtigen Taten konzentrieren. Auch im Buch der Bücher ist es geschrieben: Über Ihrem Zorn soll die Sonne nicht untergehen. Vertragen Sie sich und verzeihen Sie einander. Lautere Wahrheit, denn sonnst kommt man zur befürchteten Stagnierung Qi...

Im Falle des Herzens und der Lungen wird die Stagnierung von QI durch die Traurigkeit, durch die Betrübtheit, durch die Befürchtungen, durch das Gefühl der Schuld verursacht, im Falle des Magens und der Milz sind das der Tiefsinn, die Weinerlichkeit, die Melancholie, die Verträumtheit oder die Nachdenklichkeit. Es ist nötig anzumerken, dass alle Emotionen in ihrer Folge immer die Stagnierung der Energie QI ZHI verursachen, und zwar am häufigsten in der Leber und im Herzen! Diese Stagnierung kommt nicht nur durch psychische Symptome (oben), sondern auch durch körperliche Symptome (unten) zum Ausdruck und füllt so die Worte über die Verknüpfung des Körpers und der Seele, also über die sog. psychosomatische Medizin, auf.

 

Stagnierung in dem Altwasser führt in die Sackgasse

Eine der häufigsten Ursachen der Depression und der ihr ähnlichen psychischen Verstimmungen ist die Stagnierung der Energie Qi. Allgemein kann man sie sich als Wasser im Fluss vorstellen, dessen Durchfluss beim gesunden Menschen sog. glatt ist, aber bei deren Stagnierung geschieht das echte Gegenteil – das Wasser liegt unbeweglich im Altwasser des Flusses, wodurch es in eine Sackgasse gerät.  Das Altwasser sitzt hier schwer (etwa wie ein Stein auf dem Herzen), verfault, quellt, braust…einfach lebt nicht. Dagegen lebt und quellt hier etwas Unlauteres (und Trübes), was nicht nur den Sinn und die Seele verdunkelt.

Die Stagnierung von Qi der Lungen kommt durch die Symptome zum Ausdruck, wie das Gefühl eines Knödels im Hals,  das schwierige Verschlucken, das Gefühl des Drucks oder der Spannung auf der Brust, die oberflächige Atmung, das häufige Gähnen und Seufzen, die Spannung in Büsten bei Frauen, die prämenstruelle Spannung, häufige Infektionen der Atemwege (chronische Kehlkopfentzündung), Müdigkeit, Traurigkeit, Selbstbetrachtung sind. Das Gefühl der Hitze, rote Wangen und der Durst kommen infolge dessen hinzu, dass sich jede Stagnation früher oder später zum Schluss in die Hitze vom Übermaß von RE umwandelt (wie Kohle, die in einem geschlossenen Keller selbst entzündet). Solcher Mensch hat dann das Gefühl, dass ihm „etwas“ auf der Brust, auf dem Bauch, unter den Rippen „sitzt“, was ihn sowohl physisch erstickt (oft tritt das sog. psychische Asthma, vor allem bei Frauen, auf),  als auch psychisch bedrängt. Es ist einfach .... „zum .... Fallen“! Typisch ist auch, wieder besonders bei Frauen, das Gefühl des lauten und kaskadenförmigen Atems, wenn man das Gefühl einer Pflaume oder der Schwere im Hals und auf der Brust irgendwie mechanisch „durchatmen und entriegeln“ will und das oft (wie es schon oft der Fall ist) mit den hysteroiden Äußerungen verwechselt wird...… Hier wird die Kräutermischung Fallen eines Steins vom Herzen (081) eingenommen.

Die Stagnierung von Qi des Herzens kommt durch die Symptome (außer einigen oben genannten Symptomen) zum Ausdruck, wie  Herzklopfen, Schwäche und Kühle in Extremitäten, blasses Aussehen, Appetitlosigkeit, Spannung auf der Brust und unter der Brust, event. auch Gereiztheit und psychische Unruhe sind. Hier wird die Kombination von Fallen eines Steins vom Herzen (081) + Freude des sich einstellenden Schlafes (127) angewendet.

Die Stagnierung von Qi der Leber kommt durch die Symptome zum Ausdruck, wie  die Spannung und Schmerzen des Nackens und der Halsmuskeln, Kopfschmerzen, Bauchspannung, unregelmäßiger Stuhl, Verstopfung, Dürre und Bitternis im Mund, bei Frauen unregelmäßige Menstruation oder Prämenstruationssyndrom, Spannung um den Magen und unter den Rippen (auf Lateinisch wird der Bereich unter den Rippen als Hypochondrium genannt – und davon ist wahrscheinlich auch der Name für den sog. Hypochonder entstanden, also für den Menschen, der an nichts (nach den allen möglichen medizinischen Untersuchungen) leidet, der jedoch an verschiedenen unbestimmten Probleme leidet, über die er seiner Umgebung referiert. Die TCM kennt jedoch den Termin „Hypochonder“ nicht, weil jedes Symptom immer auch seine Ursache hat. Hier werden z.B. diese ì Kräutermischungen Beruhigung der gekräuselten Oberfläche (062) oder Konsonanz der zauberhaften Verwandlung (063) angewendet.

Die Stagnierung von Qi der Milz und des Magens kommt durch die schlechte Verdauung, durch den Diskomfort in der Bauchgegend, durch die Übelkeit, durch die chronische Schlundentzúndung, durch den Rückfluss der Magensäfte zum Ausdruck und hat auch die Entstehung des Schleims TAN zur Folge, der in den Kopf in der Gegenrichtung steigt, die „Gehirnöffnungen“  und dadurch auch das richtige Nachdenken und Überlegen blockiert und der ähnlich wie der Nebel den Sinn und „das Gehirn vernebelt“. Solcher Mensch  verliert dann die Übersicht und das Verständnis für den ordentlichen Lauf der Sachen im Leben, er kann sich nicht einordnen, er orientiert sich in der Welt der Menschen schwer, die für ihn ein bestimmtes „Menschendschungel“ darstellen, er fühlt sich verwirrt, wüst und ziellos, es geht ihm einfach nicht „in den Kopf“ und „es ist zu nichts“, wie auf Tschechisch gern gesagt wird.  Hier wird die Kombination von Fallen eines Steins vom Herzen (081) + Harmonie des Pfirsichhains (192) angewendet.

 

Fallen eines Steins vom Herzen

Die Kräutermischung Fallen eines Steins vom Herzen (081) ist für alle Vorfälle ideal (und sie sind heute viele!), die infolge des Emotionsungleichgewichts auftreten, das durch die Stagnierung von Qi verursacht ist, das sich auf die Innenhitze RE umwandelt und das gemeinsam mit dem Schleim TAN die obere und auch die mittlere Feuerstelle blockieren. Zum Unterschied von der ursprünglichen klassischen Mischung, die nicht abgekühlt hat, ist hier das Kraut Dan zhu ye, zugegeben, das die Innenhitze RE abkühlt und die Gereiztheit und die Seeleunruhe beseitigt. Der wesenseigene Titel Fallen eines Steins vom Herzen wirkt zum Unterschied von den allen möglichen Pseudostimulierungen (Alkohol, Drogen und Rock´n“roll) so aus bei der Einnahme dieser Kräutermischung die Harmonie in den Körper und in die Seele allmählich zurückkommt – als ob „DAS“ von Ihnen fällt…

 

7 Habichte kontra 7 Turteltauben

Die jetzige Wissenschaft und Technik können alles perfekt beschreiben, bis zur letzten Schraube oder Molekül und Atom (auch mehr) analysieren, aber wir wissen, dass wir weder dem Wind, noch dem Regen befehlen können, und schon gar nicht den Emotionen.  Aber man sollte und muss immer bemühen und die Ruhe in der Seele anstreben. Wir beneiden ab und zu die lächerlichen und zufriedenen, aber dagegen armen östlichen Völker (eine Hütte aus Stroh, in der die Menschen lachen, hat den größeren Preis als ein Palast, in dem die Menschen weinen“), aber sie würde wieder unsere Eroberungen wünschen – man sehnt sich einfach immer danach, was man nicht hat.

Wenn wir die chinesischen therapeutischen Grundsätze und die psychischen Ursachen der Krankheit den modernen Menschen einfacher näher bringen wollten, kommen wir an die Wurzeln unserer westlichen Zivilisation zurück. Ihre Regeln und  Prinzipien sind in 7 Tugenden und 7 Lastern zusammengefasst, die jedem den Spiegel der Seele klar und transparent hinhalten. Jede Aktion hat ihre Reaktion, jede Folge auch ihre Ursache, jedes (un)richtige Verhalten, Verhandlung und Denken werden immer in unserem Leben – und also in der Gesundheit und in der Krankheit widerspiegelt! Es ist nicht nötig, etwas zuzufügen, jeder soll sich sein Urteil über sich selbst tun... 
Die Menschen haben, im Unterschied zu den Tieren, eine Seele also das 2. Signalsystem – also das Gefühl, die Vernunft und den freien Willen.
Wir fühlen und erleben Emotionen, verstehen durch die Vernunft und wählen wir uns die Tugenden oder Laster (Turteltauben oder Habichte) frei aus, also wir haben unser Leben immer voll in unseren Händen!

7 Tugenden

7 Laster

Ehrerbietung - Bescheidenheit, gesundes Selbstvertrauen, gesundes Zweifeln an sich selbst

Hochmut - Selbstliebe, Eigendünkel, Übermut, Gespreiztheit, Erhabenheit, Verachtung gegen andere Menschen, übermäßige Beurteilung

Mildtätigkeit - Karitas, Großzügigkeit, Bereitschaft zum Geben, Hilfsbereitschaft, Realisation der edelmütigen Ideen oder Taten

Geiz  - Geldhunger, Gier, Unbereitschaft zur Teilung, übertriebenes Hängen am Vermögen, Anbeten dem Mammon und dem goldenen Kalb, übermäßiges Vermögensansammeln 

Freigebigkeit - Liebenswürdigkeit, Leutseligkeit, Menschlichkeit, Empathie, Bewunderung, Mitleid, Freundschaft ohne Vorurteile

Neid - Eifersucht, unbändige Sehnsucht nach dem fremden Vermögen und Bemühung, es auch auf eine verdammenswerte Weise zu gewinnen

Friedfertigkeit - Geduld, Duldsamkeit, Toleranz, Beständigkeit, Gleichmut, Fähigkeit zum Verzeihen und zum Tragen der Leiden

Zorn - Ärger, Neid, Hass, Wut, Gewalt, Rachgier, Diskriminierung, Aggressivität, Vorurteile

Sittsamkeit - Rückhalt, Unbescholtenheit, Zuträglichkeit, Erreichung der Reinheit der Idee und der Seele, moralische Reinheit

Ausartung - unkontrollierbare Begierde, Unzucht, übertriebene Sehnsucht nach der sexuellen Befriedigung oder „übertriebene Liebe zu anderen“

Genügsamkeit - Rückhalt, Mäßigkeit, Selbstbeherrschung, Selbstkontrolle durch das Feedback „sich im Zaum halten“

Völlerei - Gier, Überessen, Berauschen, sinnloses oder überflüssiges Konsumübermaß

Schaffensfreude - Bemühung, Arbeitsamkeit, Fleiß, Strebsamkeit, Initiative, gute Wirtschaftsführung mit Zeit und Sinn, Kreativität

Faulheit – Ablehnung der Ausnutzung des Potentials seiner Fähigkeiten, Unbereitschaft zum Verhandeln oder zur Pflege, es fehlt die Selbstreflexion

Ein Mensch hat eine eiserne Gesundheit, aber eine gebrechliche Seele – meiner Seele, ist nicht also einfacher – eine reine Seele zu haben?

Über die psychische Gesundheit kann man mehr auch in 12 goldenen Regeln der seelischen Gesundheit lesen.

Text: Dr. med. Petr Hoffmann

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