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Kränkliches Kind oder Immunschwäche laut TCM

In dieser Zeit ist es gar keine Ausnahme, dass schon kleine Kinder wiederholt Antibiotika  einnehmen, und zwar auch mehrmals pro Jahr. Der häufigste Grund zu ihrem Einsatz sind vor allem Atemwegskrankheiten, also die Krankheiten der unteren und oberen Atemwege – Nasenrachenentzündungen, Angina, Mittelohrentzündungen, Kehlkopfentzündungen, Luftweg- und Lungenentzündungen, Entzündungen der Nebennasenhöhlen, fortdauernde vergrößerte Halslymphknoten, aber auch verschiedene Virenkrankheiten, Grippen u. Ä. Die Ursache dieser häufigen und sich wiederholenden Krankheiten sieht die chinesische Medizin meistens in dem sog. fortdauernden heißen Toxin im Blut RE DU XUE mit dem stagnierenden heißen Schleim in der oberen Feuerstätte TAN RE. Was das alles bedeutet und wie solcher Zustand überhaupt entsteht, beschreiben wir unten:

  1. Laut TCM sind kleine Kinder (bis zum ca. 10. Lebensjahr) meistens sog. Yang (heiß, Feuer, sie haben also ein Übermaß an Yang), weil ihr Yin bisher ungenügend ist (Kälte, Wasser) und weil es erst schrittweise aufgebaut wird, Deshalb haben kleine Kinder die Tendenz, sich leicht zu überhitzen. Nicht umsonst werden solche heißen Yang-Kinder im  Tschechischen als janci (Dummerjan) bezeichnet (was in diesem Falle vielmehr der Zauber des Ungewollten ist).  Dieser Zustand kann mit ungenügendem Öl oder Wasser im Motor (wenig Yin) verglichen werden, wenn Yang im relativen Übermaß vorhanden ist, und es genügt nur sehr wenig, und der Motor wird gleich einfach überhitzt.
  2. Laut TCM kann man sich das heiße Toxin RE DU ins Leben schon aus der intrauterinen Entwicklung bringen, wenn es vom Schoss der Mutter übertragen wird. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft verschiedene Infektionen durchgemacht hat, wenn sie sich ungeeignet ernährt hat, wenn sie Emotionen und Emotionsschocks erlebt hat, wenn sie geraucht hat, Alkohol, Drogen, Medikamente eingenommen hat... hat sie all das ihrem Kind in die Wiege gelegt.
  3. Laut TCM bringt das frühe Impfen und überhaupt jedes Impfen das sog. heiße Toxin RE DU in das Blut (siehe Impfen und TCM). Wenn dieses Resttoxin vom Organismus nicht rechtzeitig ausgeschieden wird, siedelt es sich hier wie ein Kuckuck im fremden Nest an und vegetiert hier erfolgreich beim Warten auf die geeignete Gelegenheit, wenn es sich wieder vollständig äußern kann. Und diese Gelegenheit kommt sicher früher oder später dank der „gesunden Nahrung“ oder der Abkühlung.
  4. Laut TCM ist ein anderer Bewegungsfaktor die Nahrung. Wie wir uns alle heute „gut und gesund“ ernähren, muss man nicht allzu viel beschreiben (siehe z.B. Die häufigsten Ernährungsbeschwerden laut TCM). Es wäre ein Kapitel für sich selbst. Der erwachsene Organismus, der schon von Grund auf gebildet und eingestellt ist, hält jedoch mehr aus, als der sich erst bildende und entwickelnde, empfindliche Verdauungstrakt des Kindes aus. Für die Kinder ist die natürliche Nahrung (siehe z.B. Cholesterin und Fettleibigkeit) am wichtigsten und am natürlichsten, also nicht die Lebensmittel, die unterschiedlich chemisch und industriell verarbeitet sind, diese schaden dem kindlichen Organismus am meisten, denn er kann sie noch nicht verarbeiten und ist dafür nicht genügend ausgerüstet. Es handelt sich vor allem um Milch, Milchprodukte und Zucker. Pasteurisierte Kuhmilch und sämtliche Produkte hieraus bringen in den Körper die sog. Kälte und Feuchtigkeit HAN/SHI, die sich später in Schleim TAN umwandeln. Dieser Schleim lagert sich am häufigsten in der oberen Feuerstätte (in der Lungenbahn) ab und nach einer bestimmten Zeit verwandelt er sich in heißen Schleim TAN RE, der das Schwammgewebe und den Nährboden für die  Vermehrung aller möglichen Infektionen bildet und dann auch die Ursache vieler Krankheiten ist, wie chronisch vergrößerte Halslymphknoten, vergrößerte Nasenmandeln, vergrößerte Halsmandeln, Entzündungen der Nasenhöhlen mit Polypen, chronischer Ausfluss aus dem Mittelohr, chronischer feuchter Husten u. Ä. Ein anderes schädliches Lebensmittel ist der Zucker (Glukose), und zwar in jeder Form (siehe z.B. Zucker nicht nur vom Gesichtspunkt der TCM). Bei der Erwähnung des Zuckers sind hier nicht nur die Leckerbissen, Schokoladen, Desserts, sondern auch jener Zucker gemeint, der in vielen verschiedenen gesüßten Getränken, Limonaden, Säften enthalten ist, die außerdem chemisch aromatisiert, gefärbt, sterilisiert sind. Sogar nicht einmal Honig ist gerade optimal, denn er enthält das Monosaccharid Glukose. Ideal ist es z.B., mit Gerstenmalz aus den Reformhäusern zu süßen. Der Zucker bringt nämlich laut TCM die sog. Feuchtigkeit und Hitze SHI/RE in den Organismus, die dann wieder das berüchtigte Schwammgewebe für die Vermehrung verschiedener Bakterien und Viren darstellen.
  5. Laut TCM ist ein weiterer imaginärer Nagel in den Kinderorganismus geradezu  die übermäßige oder überflüssige Einnahme von Antibiotika, z.B. bei Viruskrankheiten (siehe Angreifen der Außenkälte). Das führt zur Bildung des besagten, aber von uns ungewollten Teufelskreis, wenn eine Krankheit eine andere ersetzt, ein Antibiotikum gegen ein anderes ersetzt wird... und zum Schluss ist das Kind mehr krank als gesund. Laut TCM bringen alle Antibiotika die sog. Kälte HAN in die Milz- und Magenbahn, umgangssprachlich gesagt kühlen sie den Magen ab. Diese Kälte friert den Energiefluss in den Bahnen ein, wenn sich diese Blockade später in die Hitze RE umwandelt, die in die Blutschicht gerät und hier wieder ein konkurrenzloses Umfeld für viele Infektionen bildet. Die Antibiotika „löschen“ ebenfalls  das physiologische Feuer MING MEN in den Nieren, das unter anderem zur Aufrechterhaltung der ordentlichen, gesunden und defensiven Energie des Organismus dient. Wir können uns diesen Zustand wie z.B. das Übergießen eines kleinen Feuers (eines Lagerfeuers) mit der Wasserzisterne aus der Spritze vorstellen, deren harter und scharfer Strom nicht nur das Feuer, sondern auch alles in der Umgebung vernichtet und somit mehr Schaden als Nutzen, also ein „Unheil“ anrichtet – und nach uns (buchstäblich) die Sintflut...

 

Typische Symptome

Diese Kinder, die von einem der oben angeführten 5 Punkte erreicht und betroffen sind, zeichnen sich durch einige spezifische Symptome aus, von denen für die chinesische Medizin das Bild der Zunge und ihres Belags am wichtigsten ist. Eine solche typische Zunge sieht man auf den beigefügten Abbildungen – die Zunge hat meistens eine längliche Form (angeborene Tendenz zur Hitze RE), der Belag ist glatt (Schleim TAN) oder feucht (Feuchtigkeit und Hitze SHI/RE), ggf. ist kein Belag vorhanden (die Innenhitze RE hat die Körperflüssigkeiten JING YE verbrannt). Am typischsten sind jedoch rote Punkte, die überwiegend im vorderen Drittel der Zunge (an der Spitze) auftreten, aber die an der ganzen Oberfläche der Zunge vorhanden sein können (fortdauerndes heißes Toxin RE DU in der Blutschicht XUE, in der Nahrungsschicht YING und in der oberen Feuerstätte, vor allem in den Lungen). Diese Punkte dürfen bei dieser chinesischen Diagnose niemals fehlen. Es ist interessant, dass sie manchmal mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber nach dem Fotografieren der Zunge und nach der Vergrößerung im Computer sind sie vollständig sichtbar und bemerkbar! Diese roten Punke müssen wir jedoch von ähnlichen roten Punkten unterscheiden, die durch die Emotionsblockaden verursacht sind, und zwar vor allem in der  Leber- und Herzbahn – diese Punkte sind meistens kleiner, die Zungenspitze ist oft angeschwollen und dunkelrot, und sie treten meistens bei Frauen in Erscheinung.

Andere Symptome, die dem fortdauernden heißen Toxin RE DU im Organismus entsprechen, können z.B. fortdauernde vergrößerte Lymph- und Halsknoten, dunkelrote Lippen, Durst, wählerisches Verhalten beim Essen, Bevorzugung „ungesunder“ Gerichte (Süßigkeiten, gebratene Gerichte, Fast Food, Hamburger u. Ä.), nächtliches Schnarchen, Zähneknirschen, Schlaflosigkeit, geistige Unruhe, Hyperaktivität, herabgesetztes Konzentrationsvermögen, verringerte Aufmerksamkeit, nächtliches Fantasieren, Sprechen im Schlaf, Ticks, Reaktion auf das Impfen (erhöhte Temperatur, Rötung, Erhärtung oder Schmerzen an der Einstichstelle), unbestimmte Kopf- oder Bauchschmerzen, sich wiederholender Befund von Parasiten (vor allem Aftermaden), u. Ä. sein.

 

Wie kann man den Teufelskreis durchbrechen?

Sie fragen vielleicht gemeinsam mit der chinesischen Medizin. Diese bietet die Lösung in Form der Behandlung der Lebensweise mit allem Drum und Dran an, und zwar nach den Grundsätzen der TCM (siehe oben), aber das allein reicht nicht, wenn solches heißes Toxin RE DU im Organismus schon einmal angesiedelt ist. Zur „Entgiftung“ benutzt die chinesische Medizin die bewährte Kombination zweier Kräutermischungen: Geburt des Phönix (Code 009) oder Schatten des Brokatvorhangs (Code 012), der das heiße Toxin RE DU vom Blut und von sog. drei Feuerstätten SAN JIAO, also vom ganzen Organismus eliminiert und die Hitze RE abkühlt. Dazu wird üblich eine andere Kräutermischung Geschmeidigkeit des Schwanenhalses (Code 037) zugegeben, und zwar dann, wenn die Lymphknoten vergrößert sind, wenn der Belag auf der Zunge ist, wenn das Kind schnarcht, wenn es pastös ist (irgendwie leicht angeschwollen mit teigartigem Gesicht – siehe Nasenmandeln). Diese Kräutermischung löst den heißen Schleim TAN RE in der oberen Feuerstätte ZHONG JIAO, also vor allem in den Lungen, im Halsbereich und im Kopf auf. Die Dosierung ist am häufigsten 3 x 2 Tabletten pro Tag von jedem insgesamt, für Kinder ab dem 3. Lebensjahr. Für kleinere Kinder in China wird die Mischung so dosiert: bis zum 1. Lebensjahr – 2 x ½ Tablette von jedem pro Tag, bis zum 2. Lebensjahr 2 x 1 Tablette pro Tag, bis zum 3. Lebensjahr 3 x 1 Tablette von jedem pro Tag. Im Falle einer akuten Infektion wird die Dosierung nicht unterbrochen, sondern im Gegenteil ist es empfehlenswert fortzusetzen, und sogar mit der doppelten Dosis, was den Eintritt der Wirkung und das „Abklingen“ der Beschwerden meistens beschleunigt. Diese Kombination wird am häufigsten vor der „kranken“ Saison eingenommen, d.h. ab September, und dann wieder ab Januar für die Dauer von 2 – 3 Monaten.

Also möge stets gelten, den Kindern nur das Beste und keine Gifte und Toxine zu verabreichen, die nicht nur ihnen, sondern uns allen das Leben vergiften!

Dr. med. Petr Hoffmann

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