Allergien aus der Sicht der traditionellen chinesischen Medizin

Es ist allgemein bekannt, dass allergische Erkrankungen in unseren Gebieten eine steigende Tendenz verzeichnen, besonders der allergische Schnupfen beschäftigt die Menschen bereits vom frühen Alter an. Allergische Erkrankungen gehören in der chinesischen Medizin zu Krankheiten, die durch sog. schädlichen Wind verursacht werden. Es ist anzumerken, dass die Allergien aus der Sicht der chinesischen Medizin erst in jüngerer Zeit an den Instituten der traditionellen Medizin in China erarbeitet wurden. In den traditionellen Werken werden sie nicht behandelt, da sie damals nicht Allergien hießen, sondern Krankheiten infolge vom Angriff durch äußere Faktoren, am häufigsten durch heißen oder kühlen Wind, genannt wurden.
Der einzige Unterschied zur westlichen Medizin besteht darin, dass nicht die Ursache gesucht wird, worauf ein Mensch allergisch ist (z. B. auf Pollen, Milben, Staub u. ä.), sondern warum er allergisch ist. Den chinesischen Therapeuten quält nicht so sehr die Frage, wer die Allergie hervorgerufen hat, ob Mikroben oder ein Allergen, sondern warum es so ist. Stellen Sie sich vor, Sie leiden an Heuschnupfen und der Arzt aus dem Bereich der westlichen Medizin testet bei Ihnen 10 Parameter aus, wobei Sie auf zwei (Palmweiden- und Birnenpollen) positiv reagieren. Hurra, jetzt kennen Sie den Auslöser. Sie entfernen also die Palmweide und die Birne aus Ihrer Umgebung und haben gewonnen! Damit ist es aber nicht getan, denn alles aus seinem Umfeld zu beseitigen ist gar nicht so einfach. So wird er Sie z. B. auf weitere 100 Allergene testen, wovon Sie auf etwa 20 positiv reagieren werden. Bei einem weiteren Test werden 1000 Auslöser getestet und es werden etwa 200 positiv sein usw. Das ist wie beim Computer - so wie Sie die Frage stellen, so bekommen Sie die Antwort. Als Ursache einer Allergie gilt kein einzelnes Allergen, sondern der sog. schädliche, heißer oder kühler Außenwind, der gleichzeitig auch der Träger aller Arten der Allergene ist (Pollen, Staub...). Der schädliche heiße Außenwind taucht gerade im Frühling und im Sommer auf und führt zu akuten allergischen Reaktionen in Form vom Heuschnupfen, Bindehautentzündung, Sonnenausschlag u. ä. 

Dieser schädliche Wind wirkt in 2 Richtungen:

1. Greift Menschen mit geschwächter Oberschutzschicht Wei Qi an, die Schwächung ermöglicht das Absetzen des Schadstoffs in der Oberschicht und nachfolgende Blockierung vom Energiefluss Qi, die zu klassischen Symptomen des Heuschnupfens führt (Niesen, Tränen, Nasen- und Gaumenjucken, wässriger Nasenausfluss oder verstopfte und geschwollene Nase u. ä.)
2. Greift Menschen an, die nach der chinesischen Medizin sog. innere Hitze in den Lungen oder der Milz haben und durch das Anfachen, Anblasen irgendeiner gedachten glühenden Asche schlägt die Flamme empor, was genau den bekannten akuten allergischen Beschwerden entspricht . Dieses Feuer lässt sich entweder durch anti-allergische chemische Medikamente löschen, wie Antihistamin oder Kortikoiden, die natürlich auch immer eine negative unterdrückende Wirkung haben, oder aber mit chinesischen Kräutermischungen in Form von Kräuterkügelchen WAN oder Tabletten. Diese Kräuterpräparate spülen den schädlichen Wind von der Körperoberfläche ab, ohne den Organismus zu schwächen oder irgendwelche Nebenwirkungen zu haben. Sie wirken relativ schnell und im akuten Stadium ist eine rechtzeitige und ausreichende Dosierung notwendig. Am häufigsten wird die Kühle des Morgennebels (002), verwendet, die den heißen Wind von der Körperoberfläche eliminiert, und zwar zusammen mit der Mischung Auflösen der Drachenhöhle (Code 007), welche die Nasendurchgänge befreit und die blockierte QI zum fließen bringt.

In der Zwischenzeit, d. h. im Herbst und Winter werden Kräutermedikamente je nach Ursache eingenommen:

Bei geschwächter Oberschutz-QI wird zu ihrer Stärkung 3-5 Monate lang Windbrecher aus Ebenholz (153) eingenommen. Dieses Präparat enthält nur 2 Kräuter, und zwar Dang Shen (Radix Codonopsis Pilosulae) und Huang Qi (Radix Astragali Membranacei), die nach letzten wissenschaftlichen Untersuchungen die Zellen- sowie die Metabolismus-Immunität deutlich stärken - erhöhen die T und B-Lymphozyten, Mikrophagen und Interferon.
Bei innerer Hitze (am häufigsten in den Lungen und der Milz) wird die Kräutermischung Stilllegung des gelben Flusses (Code 111), verabreicht, bei der jedoch auch Diätmaßnahmen im Sinne von Einschränkung der sog. heißen und feuchten Speisen (scharfe, gewürzte, gebratene, gegrillte Speisen, Milchspeisen und Süssigkeiten) erforderlich sind. 

Weitere Informationen ûber Traditionelle Chinesische Medizin finden Sie im Buch Auf der Welle chinesischen Medizin

Dr. med. Petr Hoffmann
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